Ein Wettlauf zwischen Rendite und Entnahme
Jeden Monat passieren zwei Dinge: Das Depot erwirtschaftet Rendite, und du entnimmst einen festen Betrag. Solange die Rendite größer ist, wächst das Kapital trotz Auszahlung. Kippt das Verhältnis, schrumpft es – und zwar immer schneller, weil auch die Erträge mitschrumpfen.
Der Kipppunkt liegt dort, wo die jährliche Entnahme genau der Rendite entspricht: bei 4 % Rendite und 200.000 € Depot sind das 8.000 € im Jahr oder rund 667 € im Monat.
Die 4-Prozent-Regel und ihre Grenzen
Bekannt ist die Faustregel, jährlich 4 % des Startkapitals zu entnehmen, damit es etwa 30 Jahre reicht. Sie stammt aus einer US-Studie der 1990er Jahre und ist nur eine grobe Orientierung.
Der wichtigste Unterschied zur Realität ist das Renditereihenfolge-Risiko: Kommen schwache Börsenjahre gleich zu Beginn, entnimmst du aus einem bereits geschrumpften Depot – das erholt sich oft nicht mehr, selbst wenn die Durchschnittsrendite am Ende stimmt.
Häufige Fragen
Warum zeigt der Rechner manchmal „> 60 Jahre"?
Weil die Entnahme kleiner ist als die laufende Rendite. Das Kapital wächst dann trotz Auszahlungen weiter.
Sind Steuern berücksichtigt?
Nein. Auf den Gewinnanteil fällt Abgeltungsteuer an, die verfügbare Summe liegt also darunter.
Was ist sicherer als ein fester Betrag?
Flexible Strategien, bei denen in schwachen Jahren weniger entnommen wird, halten deutlich länger durch.